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Van Morrison 2019

  • 11. June 2019

An diesem lauen Dienstagabend eröffnete Sir Van „George Ivan“ Morrison Punkt 20 Uhr sein Konzert in der mit ca. 4.000 Zuschauern hoffnungslos überfüllten Stadtpark-Open-Air-Bühne in Hamburg mit dem aus dem 2017 erschienenen Album „Versatile“ stammenden „Let’s Get Lost“.

Der Begriff Versatile, auf deutsch vielseitig, trifft das Werk des fast 74-jährigen Nordiren sehr treffend. Aus mittlerweile 40!!! Alben kann Morrison seine Setlist zusammenstellen. Auch für dieses Konzert griff er tief in die Kiste und hangelte sich stilsicher von Highlight zu Highlight, die man alle hier nicht einzeln aufzählen kann. Eigene Songs wie „Enlightenment“, „Have I Told You Lately“, das er in einer überraschend guten Swingversion spielte, und „Brown Eyed Girl“ wechselten sich mit geschickt abgewandelten Coverversionen wie Sister Rosettas „How Far From God“ oder Bo Diddleys „Ride On Josephine“ ab. Sein unverwechselbarer Scatgesang gab dabei jedem Song wie immer seinen unnachahmlichen Sound.

Leider ist Kommunikation mit dem Publikum nach wie vor nicht seine Stärke. An seine Fans wurde so gut wie kein Wort gerichtet; eher schon mal ein paar Anweisungen an seine 6-köpfige Band, die die Legende locker und routiniert begleitete. Aber das kennen wir ja schon. Trotzdem sprang der Funke sofort über; anders als bei Eric Clapton, der auch immer etwas abwesend auf der Bühne steht, aber keine Begeisterungsstürme auslöst.

Somit stand Van the Man wie üblich etwas missmutig dreinschauend, aber hochkonzentriert in seinem graublauen Nadelstreifenanzug, Hut und Sonnenbrille auf der Bühne und verzog so gut wie keine Miene. Bei „Have I Told You Lately“ griff der Meister dann zum Saxophon und begleitete inspiriert einige Songs. Der Sound auf der Open-Air-Bühne war glasklar. Jedes Instrument seiner 6 Mitstreiter war eindeutig wahrzunehmen. Nach dem unvermeidlichen, aber immer wieder schönen „Brown Eyed Girl“, kam dann auch zu „Help Me“ von der Harmonikalegende Sonny Boy Williamson passend die Bluesharp zum Einsatz, die Morrison ebenfalls perfekt beherrscht.

Wie in fast allen seinen Konzerten beendete Van Morrison sein Set mit dem alten Them-Klassiker und Mitsingsong „Gloria“. Er verließ jedoch die Bühne nach ein paar Minuten unter dem heftigen Beifall der begeisterten Zuschauer, während seine Band noch ein paar Minuten den Song fortsetzte. Auch hierbei begeisterte sie durch hervorragende Soloeinlagen der Perkussionistin, des Schlagzeugers sowie der begeisternden Sängerin Dana Masters.

Nach rund 100 Minuten verließen auch die Zuschauer hochzufrieden die Open-Air-Bühne. Es war ein rundum gelungenes Konzert mit einem faszinierenden Protagonisten.

 

 

 

 

 

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